Big Data – mehr als nur ein Buzzword

Große Datenmengen scheinen derzeit so allmächtig wie die antiken Götter des Olymp zu sein, entscheiden über das Schicksal ganzer Nationen.

Große Datenmengen scheinen derzeit so allmächtig wie die antiken Götter des Olymp zu sein, entscheiden über das Schicksal ganzer Nationen. Lag der Umsatz von Big-Data-Lösungen 2017 noch bei rund 33,5 Milliarden US-Dollar, wird er sich nach Prognosen von statista bis zum Jahr 2026 auf 92,2 Milliarden US-Dollar nahezu verdreifachen. Doch wie groß und mächtig ist Big Data wirklich? Vor dem Hintergrund des „Facebook-Skandals“ steht diese Frage im Fokus der Öffentlichkeit. Einerseits wird mehr Datenschutz gefordert, andererseits wird eine Vielzahl an Daten den Internet-Konzernen freiwillig überlassen. Wem nützt Big Data und auf welche Weise? 

Was bedeutet Big Data?

Big Data oder große Datenmengen existieren schon seit eh und je – wurden jedoch erst seit wenigen Jahren so aktiv für den Informationsgewinn genutzt wie heute. In früheren Jahren handelte es sich um Datenmengen, die aufgrund ihres Umfangs schlichtweg nicht verarbeitet und ausgewertet werden konnten. Infolge gestiegener Rechnerleistung ist dies mittlerweile jedoch möglich und erfolgt anhand von fünf Parametern: volume (Umfang), velocity (Geschwindigkeit), variety (Bandbreite) sowie value (Wert) und validity (Datenqualität). Das global erzeugte Datenvolumen verdoppelt sich laut Experten alle zwei Jahre und wächst somit exponentiell. Für Unternehmen sind die personalisierten Kundendaten ein Schatz, mit dem viele Kunden allerdings viel zu sorglos umgehen.

 

Wie wird Big Data genutzt?

Das Business von Facebook und Google basiert auf der Sammlung von Daten. Wer bei Facebook beispielsweise „Likes“ vergibt, gibt gleichzeitig Aufschluss über seine Vorlieben. Bislang wurden diese Vorlieben für maßgeschneiderte Werbung genutzt, doch aktuell steht Facebook im Verdacht der politischen Einflussnahme – wenn auch indirekt. In den USA spricht der Senat Ende 2017 bereits von Missbrauch und rät Facebook „Sie werden dagegen etwas tun müssen. Sonst tun wir es." Vorangegangen war der Skandal um das britische Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica, das vermutlich auf Basis von 50 Millionen erschlichenen Facebook-Daten gezielt Wahlwerbung zugunsten von Donald Trump betrieben hatte.

 

Wie lässt sich mit Big Data umgehen?

Das Löschen des eigenen Facebook-Accounts mag symbolische Bedeutung haben, löst jedoch nicht das Problem des Umgangs mit Big Data. Manche Experten sehen die Lösung nicht in mehr Datenschutz, sondern im Schutz der dahinter liegenden Werte wie der Freiheit des Denkens oder dem Verzicht auf Überwachung. Diese könnte dann gewährleistet sein, wenn Systeme wie Facebook eine eigene Schnittstelle (API) zur Programmierung maßgeschneiderter Services und eigener Benutzeroberflächen bietet. Auf diese Weise würde die Macht über die Daten wieder an die Endnutzer zurückgegeben und diese könnten individuell über den Umgang entscheiden. Ob diese Vision jedoch jemals in die Praxis umgesetzt wird, erscheint derzeit fraglich.