Die Hidden Champions der Wirtschafts-PR

Die deutschsprachigen Leitmedien Spiegel, Süddeutsche, FAZ, Zeit und Co. erfreuen sich konstanter Beliebtheit.

Aber: Auf die Liste der wenigen Leitmedien sollten Sie sich nicht beschränken. Je nach Kommunikationszielen und Zielgruppe gibt es Hidden Champions der Medienwelt, die ähnlich starke Effekte verursachen.

 

„Ich möchte in die großen Zeitungen.“ Die deutschsprachigen Leitmedien Spiegel, Süddeutsche, FAZ, Zeit und Co. erfreuen sich konstanter Beliebtheit. Dazu gesellen sich gerade in der Wirtschafts-PR noch Medien wie das Handelsblatt oder Manager Magazin. Dagegen ist nichts einzuwenden, wer hier positiv in einem redaktionellen Beitrag vertreten ist, erhält Reichweite und Follow-ups. 

Auf die Liste der wenigen Leitmedien sollte man sich jedoch nicht beschränken. Je nach Kommunikationszielen und Zielgruppe gibt es Hidden Champions der Medienwelt, die ähnlich starke Effekte verursachen.

Ziele & Zielgruppen

Wen möchten Sie erreichen und warum? Eine Frage, die sich Marketing-Abteilung, Business Development und PR-Agentur gleichsam und am besten gemeinsam stellen sollten. Anhand dieser Analyse lässt sich mit Erfahrung und Marktkenntnis so mancher Schatz heben. Wir stellen Ihnen vier Ansätze vor.

Reichweite statt Auflage

Der Print ist tot, lang leben die Medienhäuser. Gerade große Zeitungen haben weiterhin eine starke Auflage und Qualitätszeitungen zeigt im letzten Jahr überwiegend wachsende Reichweiten. Die meisten Zeitungen haben sich inzwischen crossmedial aufgestellt und wer ins Print kommt, ist i. d. R. auch online.

Wenn Sie die Zugriffszahlen von Nachrichtenangeboten betrachten, lassen sich schon die ersten Chancen entdecken. Klar, bild.de, Spiegel Online oder n-tv.de beeindrucken mit ihrer Reichweite. Aber neben den bundesweit agierenden Zeitungsmarken spielt z. B. auch der Münchner Merkur, die Huffington Post oder Business Insider im zweistelligen Millionenbereich der Visits pro Monat mit.

Business Kontakte

Mit fast 400 Millionen Visits thront bild.de. Aber sind die Leser der Bild Ihr Zielpublikum? Der LAE e. V. erhebt die Nutzung durch Entscheider. Auch hier sind die Leitmedien in den absoluten Zahlen oben angesiedelt. Dazu gesellen sich jedoch auch Branchen-Zeitungen, wie Impulse, Markt und Mittelstand oder das Handwerkermagazin mit einer großen Anzahl angesprochenen Entscheider. Der Vorteil hier: Die Entscheider sind zusätzlich noch stark auf einige Branchen konzentriert. 

Entscheider von morgen

Gute PR-Arbeit denkt nicht nur an heute und reagiert, sondern baut ein Unternehmen über Jahre weiter auf. Guckt man in die Zahlen, wer die Entscheider von heute sind, sind diese männlich und über 50. Die Entscheider von morgen sind jünger, weiblicher und digitaler. Sprechen Sie schon heute diese Zielgruppe an! Eine Medienanalyse würde Sie heute auf reichweitenstarke Magazine, wie t3n oder Business Punk bringen.

Neue Formate Denken

Jedoch sollte sich spätestens bei dieser Gruppe der Blick nicht nur weg von den klassischen Leitmedien richten, sondern auch weg vom veralteten Crossmedia-Ansatz (Print plus Webseite plus App) und hin zu weiteren Kanälen.

1.    Podcast: Nachdem Anfang der 2000er Jahre Podcasts erst gehyped und dann schnell ein Nischenformat wurden, haben in den letzten Jahren viele Podcaster Fahrt aufgenommen. Es gibt längst erste deutschsprachige Podcasts mit sechsstelligen Hörerzahlen – fast alle großen Zeitungen haben inzwischen einen Podcast. Der Vorteil: Als Gast haben Sie Zeit, komplexe Sachverhalte in Ruhe zu erklären und über die Stimme emotionale Wirkung zu übertragen.

2.    Social Web: Viele kleine Magazine machen gute Social Media Arbeit. Ein Beispiel: Ein Portal für Food in Berlin wirkt auf den ersten Blick nicht reichweitenstark. Auf den zweiten Blick entdeckt man jedoch Followerzahlen im fünfstelligen Bereich: Menschen, die sich aktiv für Essen in Berlin interessieren. Einen Artikel hier zu landen hat mehr Wirkung, als in Berliner Regionalmedien. Profis gucken nicht nur auf die direkte Social Web Reichweite der Magazine, sondern auch auf die Accounts der jeweiligen Journalisten; viele haben eine Reichweite im vier- bis fünfstelligen Bereich.