Endzeit oder Aufschwung? Wie es mit Print- und Fachmedien weitergeht

Die Tage von Boulevardzeitungen und Kundenmagazinen alla Bild, Express oder BerlinDruck sind bald gezählt. Keine 10 Jahre Lebensdauer prognostizieren die Experten des Statistikportals Statista diesem Medientyp. Trotzdem wecken einige Thesen Neugier auf die Zukunft unserer Medien.

Existenzgarantie für die Branchen-Riesen 

Keine Zukunftsängste brauchen sich die großen Player unter den Medienhäusern machen. Laut einer Studie der Leseranalyse Entscheidungsträger in Wirtschaft und Verwaltung e. V.,rufen schließlich ganze 79 % der Deutschen regelmäßig die etablierten Medien auf um sich um das Weltgeschehen zu informieren. Insofern ist der Status quo von WELT, SZ oder auch der Zeit vielversprechend. Doch damit nicht genug: Nach der sogenannten Kinder-Medien-Studie 2017greifen sogar 72 % der 4- bis 13-Jährigen mehrfach pro Woche zu Printmedien. Deren Vertreter dürfen sich also weiterhin über Nachwuchs freuen.

Fachmedien auf der Überholspur

Hochkonjunktur haben ebenfallsdie deutschen Fachmedienhäuser. Das belegen die Zahlen aus dem Vorjahr. Alleine 2017 konnte bei einem Gesamtumsatz von 7,65 Milliarden Euro ein Umsatzplus von 4,6 % gefeiert werden. Den auffälligsten Zuwachs verzeichneten dabei die digitalen Medien mit 269 Millionen Euro mehr Einnahmen als 2016. Doch wer glaubt, dass solche Entwicklungen mit dem Todesstoß der Printmedien gleichzusetzen sind, der irrt. Tatsache bleibt, dass 55,7 % der Erlöse von deutschsprachigen Fachmedien vom Printbereich gedeckt wird. 

Content Marketing schlägt klassische Werbung

Für die Experten aus dem Bereich Kommunikation und Marketing befindet sich auch Content Marketing auf einem aufsteigenden Ast. Zwei von drei Befragten aus der PR-Branche seien laut Agenturen aus Dortmund und München der Meinung, dass aus Unternehmerperspektive Content-Marketing eine effizientere Wirkung als klassische Werbung erziele. Schon heute investieren Wirtschaftsakteure mehr für Content Marketing als für ausgediente Werbungsprojekte.

Kommt jetzt der Untergang von BILD und Co.?

Die oben erwähnten Zahlen von Statista sind kein Mutmacher für BILD und Co. Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer sprechen Boulevardblättern ihre Zukunftsfähigkeit ab. Ganze 26 % glauben an ihr Fortbestehen. Weniger Hoffnungen werden den Kundenmagazinen mit 18 % geschenkt. Es bleibt abzuwarten, inwiefern sich die klassischen Medien im Wettbewerb beweisen. 

Hausarbeit für die Wirtschafts-PR

Der Wandel der Medienlandschaft bleibt eine ständige Herausforderung für gute Wirtschafts-PR. Der Trend zu Fachmedien bedeutet seine Kunden zu kennen:

·     Wer sind die Zielgruppen und was lesen sie? 

·     Welchen Schwerpunkt haben die Fachmedien?

Schließlich entscheiden am Ende Fachmedien, Leser und Unternehmen über den Erfolg von Platzierungen. Wer Kunden mit spannenden Themen und Thesen hat, kann nur gewinnen - aber die simple Pressemeldung hat ausgedient.