Instagram: Das neue Flagship der Polit-PR?

Das soziale Netzwerk Instagram gewinnt mehr und mehr an Mitgliedern. Nutzten im Juni 2016 weltweit schon 500 Millionen Menschen die Plattform, waren es zwei Jahre später schon doppelt so viel. Auch Politiker sehen die Plattform immer häufiger als Kommunikationsmittel. Gerade die junge Wählerschaft soll hier angesprochen werden. 60,4 % der Instagramer sind zwischen 18 und 24 Jahren alt.Doch wie passen politischer Alltag und Bildsprache zusammen? Welche Politiker sind im Trend?

Inhalte schrecken Community ab

Absolute Dont´s beim Posten sind politische Inhalte, sagt Eva Hieninger, Marketingexpertin bei Politik&Kommunikation. Wer beispielsweise die Tagesordnung aus der Aktuellen Stunde postet gewinnt in den sozialen Netzwerken keinen Blumentopf. Das wirkt zu distanziert. Die Community fühlt sich nicht angesprochen. Dem stimmt Lilly Blaudszun zu und ergänzt, statt der Tagesordnung lieber den leckeren Kuchen zu fotografieren. So wird auch das Menschliche in der Politik gezeigt.

So funktionieren Instagram und Politik

Eine Kombination aus Politik und Privatleben macht hier den Ausschlag. Beispielsweise FDP-Chef Lindner schafft das laut Bloggerin Tara Wittwer am besten. Besonders die interessanten Aufnahmen hinter den Kulissen oder Postings mit anderen Politikern auf Instagram, lassen dabei die Followerzahlen in die Höhe schnellen. Speziell die ansprechenden Instagram-Storys bleiben relevant, um regelmäßig Kontakt zu den Followern aufzubauen.

Merkel und Lindner vorne – Schulz und Özdemir im Windschatten

Die Politiker, die auf Instagram besonders gut ankommen, haben auch im Bund viel zu sagen. Außer Konkurrenz befindet sich die Regierungschefin mit über über 645.000 Followern. Unter den Spitzenpolitiker kann sich sonst Christian Lindner mit über circa 70.000 Instagram-Fans freuen. Erfolg feiern auch Martin Schulz mit 26.000 Unterstützern, Cem Özdemir mit 16.000 Followern oder Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (8,4 Tausend).

Facebook & Twitter bleiben in

Wichtige Träger für die Polit-PR bleiben weiterhin Twitter und Facebook. Das bestätigt auch der Digitalverband bitkom und der Hamburger Politikberater Martin Fuchs. Fast alle Bundestagsabgeordnete sind laut dem Informationsdienstleister auf Facebook. Zwei Drittel twittern. Laut einer Studie der TU München, leisten sich die Parteien durch diese hohe Nutzerdichte einen Wettbewerb um Likes, Shares und Retweets. Tweets und Posts dienen dabei häufig als Grundlage für spätere Headlines und Zitationen, so der Politikberater Cornelius Winter.

Quo vadisSnapchat?

Warnsignale für Snapchat ertönen indes von den Social-Media-Experten „Earl Adoptern“ aus den USA. Sie prognostizieren der Plattform keine große Zukunft. Auch weil nur noch die Chat-Funktion der App langfristig benutzt wird. Als Werkzeug der politischen PR, ist das Programm also nicht mehr zu gebrauchen.