Schlechte Zeiten für Handelsabkommen

Was bedeuten Veränderungen in der amerikanischen Wirtschaft für deutsche Unternehmen? „America First!“ gilt als das neue Paradigma.

Wandel der amerikanischen Wirtschaftspolitik - Gefahr für deutsche Industrie?

Vor wenigen Wochen wurden bereits Reformen umgesetzt, die Trump in seiner Wahlkampfkampagne äußerte. Zum einen wurde die Transpazifische Partnerschaft (TPP) von Trump gekündigt. Mit TPP sollte die größte Freihandelszone der Welt geschaffen werden - der Vertrag hätte bereits von Barack Obama ratifiziert werden sollen. Zum anderen möchte Trump das nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) mit Kanada und Mexiko neu verhandeln. Damit macht Trump nun eines der wichtigsten Versprechen seiner Wahlkampfkampagne wahr: die Sicherung der vielen Industriejobs, die an Mexiko und China verloren gingen.

Die protektionistische Politik der USA wirft die Frage auf, welche Konsequenzen dies für deutsche Unternehmen hat. Beispielsweise ist China als einer der größten Handelspartner der USA bekannt. Falls Trumps Regierung einen Handelskrieg mit China initiieren würde, könnte dies auch die deutsche Wirtschaft bis ins Mark treffen. Dieser Wandel würde bedeuten, dass deutsche Exporte nach Fernost einbrechen könnten, falls das chinesische Wirtschaftswachstum nachlässt.

Protektionismus und Strafzölle

Auch beim deutschen Mittelstand sorgen die sich abzeichnenden Maßnahmen für Verunsicherung: Die Strafzölle in Höhe von 35% könnten ein signifikantes Problem für deutsche Unternehmen darstellen. Eine der Kernkompetenzen der deutschen Industrie ist die Herstellung von hochentwickelten Werkzeugmaschinen, Automobilen und Hoch-Technologieprodukten. Viele Deutsche Firmen wie DMG Mori gehören zu den wichtigsten globalen Produzenten in ihrem Bereich, während es in den USA nur wenige leistungsfähige Äquivalente gibt. Eine protektionistische Politik wäre daher hier kein Grund zur großen Besorgnis. Blickt man jedoch auf die Lage der Automobilindustrie, sieht die Situation anders aus. Der Automobilsektor wäre besonders von den Sanktionen betroffen, da er dank dem NAFTA-Abkommen noch davon profitiert, hergestellte Waren zollfrei auf den US-Markt zu exportieren.

Letztendlich bleibt festzuhalten, dass die US-amerikanischen Unternehmen selbst unter der Zollmauer leiden würden, da sie auf eine Vielzahl von Importwaren aus anderen Ländern angewiesen sind. Zudem kann sich die Erhöhung von Strafzöllen aufgrund des Importüberschusses als schwierig gestalten.

Neue Absatzmärkte müssen gefunden werden

Für deutsche Unternehmen bedeutet diese Abschottungspolitik eine Herausforderung und der Fokus liegt auf der Bildung neuer Märkte. Dies wird zur Notwendigkeit. Wie im Beispiel des Handelskrieges zwischen den USA und China, müssen die deutschen Unternehmen ihren wirtschaftlichen Spielraum vergrößern und mit neuen Handelspartnern kooperieren, sodass sie den möglichen Exportverlusten entgegenwirken können. Die Kommunikation zwischen den Unternehmen und das Anwerben von Interessen spielt daher eine sehr große Rolle. Nur durch gegenseitiges Entgegenkommen beider Seiten und einer gezielten auf den Partner angepassten Kommunikation können langfristige, geschäftliche Beziehungen entstehen. Kommunikation und Verhandlungen auf internationaler Ebene, als auch das Verstehen der Unternehmenskulturen in den verschiedenen Regionen der Welt, gehören zu einen der wichtigsten Aufgaben in der Zukunft. Dadurch können Kunden das Interesse an einer Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen entwickeln, wenn sie die Anerkennung erhalten, dass die eigene Unternehmenskultur akzeptiert und vollumfänglich verstanden wird.