Social Media: YouTube verschärft seine Werberegeln

Für das Reputationsmanagement eines Unternehmens sind mittlerweile auch Social Media- Portale wie YouTube geeignet. In den letzten Jahren haben sich jedoch mehr und mehr als „fragwürdig“ einzustufende Inhalte auf der Plattform gefunden, was zu erheblicher Kritik führte. Nun hat das Google-Tochterunternehmen reagiert und seine Regeln für Werbetreibende deutlich verschärft.

Für das Reputationsmanagement eines Unternehmens sind mittlerweile auch Social Media- Portale wie YouTube geeignet. In den letzten Jahren haben sich jedoch mehr und mehr als „fragwürdig“ einzustufende Inhalte auf der Plattform gefunden, was zu erheblicher Kritik führte. Nun hat das Google-Tochterunternehmen reagiert und seine Regeln für Werbetreibende deutlich verschärft.

Reaktion auf Boykott

Wenn man so will, lässt sich die jetzige Initiative bei YouTube auch als eine umfassende Form der Krisenkommunikation ansehen. Im März 2017 zogen mehr und Unternehmen Ihre Werbekampagnen auf dem Portal zurück, weil die Anzeigen neben teils antisemitischen, teils in anderer Weise problematischen Inhalten zu sehen war. Der Boykott von YouTube zog weite Kreise und betraf 250 Unternehmen wie L’Oréal, McDonald’s, AT&T, The Guardian, Kia und Volkswagen, um nur einige zu nennen. Experten zufolge, bezifferte sich der Schaden für Google auf bis zu 750 Millionen US-Dollar. 

Reputationsmanagement beschädigt

Für ein Unternehmen bedeutet die Einblendung von Werbung neben einem so genannten „Hassvideo“ einen enormen Imageverlust. Google reagierte postwendend mit einer Entschuldigung („For this, we deeply apologize.“) und hat jetzt – einige Monate später – eine Lösung parat. Das Programmatic Advertising soll nun höheren Standards verpflichtet sein und die Hürden für Werbetreibenden wurden entsprechend angepasst. 

Schärfere Regeln für Werbetreibenden

Da sich angesichts der enormen Fülle an Inhalten keinerlei Möglichkeit zu einer „In-Augenschein-Nahme“ der einzelnen Videos findet, geht YouTube nun den Weg über die Popularität. YouTube-Kanäle müssen demnach mindestens 1.000 Abonnenten aufbieten und eine Sehdauer von insgesamt 4.000 Stunden im Jahr verzeichnen, damit mit Werbung Geld verdient werden darf. Die neue Regelung gilt auch für bereits existierende Kanäle, sodass für manche Werbetreibende eine wichtige Einnahmequelle wegfallen dürfte. Von Seiten des Youtube-Geschäftsführer Robert Kyncl wurde in diesem Kontext bereits eingeräumt, dass die Auswirkungen „erheblich“ seien. Andererseits verdienten die von der Maßnahme betroffenen Kanäle zu 99 Prozent weniger als 100 US-Dollar im Jahr, womit der Verlust sicherlich zu verschmerzen ist. Hinzu kommt, dass die Zahl der Kanäle, die mindestens 100.000 US-Dollar im Jahr verdienen allein 2017 um satte 40 Prozent gestiegen ist, sodass immer noch ausreichend Potenzial für Werbetreibende vorhanden ist.

Bessere Kontrollen

Neben der getroffenen Regelung setzt man bei YouTube künftig mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dafür ein, fragwürdige Inhalte herauszufiltern. Die hierfür zuständige Abteilung soll in diesem Jahr auf 10.000 Personen ausgebaut werden und Teilnehmer am Programm „Google Preferred“ können sogar damit rechnen, dass sämtliche dort präsentierten Videos einzeln und von Menschen überprüft werden, bevor sie eine Freigabe erhalten.